
Viele von uns meinen, die Turnierreiterei sei nichts für uns "Freizeitreiter". Aber ab und zu luschern wir doch mal zu unseren Stallkameraden 'rüber und denken: Ein "Beweis", dass auch wir Buschreiter eine gute Dressur oder Springen reiten können, evtl. sogar mit dem selbst ausgebildeten Pferd, wäre nicht schlecht. Was liegt also näher, nicht doch einmal auf ein Turnier zu gehen?
Da man sich ja kaum mit der Materie beschäftigt, fällt es naturgemäß auch sehr schwer, die geeignete Prüfung für sich herauszufinden. Ich bat vor einiger Zeit eine Freundin um eine "Übersetzung" von Ausschreibungen. Tanja half mir und erklärte mir folgendes:
Über Fachzeitschriften oder den Landesverband, z.B. in HH und SH: Pferd und Sport, in Niedersachsen ist es das Reitsport Magazin ...
Den Termin einer Leistungsprüfung notieren, den Nennungsschluß beachten. Es gilt der Poststempel. LP's sind aufgeteilt in verschiedene KATegorien A, B und C. Teilnahmeberechtigte der KAT C sind alle Reiter und Pferde ohne Eintragung und Ausweis und ohne vorgeschriebene Stammmitgliedschaft eines Reitvereins. Für das Pferd ist der Equidenpass mitzuführen.
Ab der KAT A und B ist die Teilnahme nur auf eingetragenen Turnierpferden/Ponies erlaubt. Genaues ist der LPO (Leistungsprüfungsordnung) nachzulesen. Außerdem ist der Besitz eines Reitausweises für den Reiter vorgeschrieben. Beide Eintragungen werden nur von der FN (Federation National) in Warendorf vorgenommen, und als dritte Voraussetzung ist die Stammitgliedschaft eines Vereins, der dem Landesverband der FN angehört, Pflicht.
Die Unterteilung der Reiterklassen wird einmal nach Alter:
| bis 18 Jahre | Junioren |
| 19 - 21 Jahre | junge Reiter |
| 22 - 39 Jahre | Reiter |
| ab 40 Jahre | Senioren |
sowie Leistungsklassen von 0 bis 6 vorgenommen. Diese Leistungsklassen wiederum sind in Dressur (D) und Springen (S) unterteilt. Die Leistungsklasse 6 ermöglicht z. B. die Teilnahme an KAT B+C Turnieren bis zur Klasse A. Die Aufteilung der übrigen LK's erfährt man beim Beantragen des Reitausweises.
Die Aufteilung der Klassen bedeuten: E = Eingangsstufe; A = Angangsstufe; L = Leicht; M = Mittel; S = Schwer.
Nun gilt es herauszufinden, ob der eigene Verein eingeladen ist, sonst schauen, ob ein Vermerk mit "Gastreiter zugelassen" vorhanden ist. Ist man eingeladen, kann man ohne weitere Verzögerung melden, sonst bitte beim Veranstalter anrufen, ob man evtl. als Gastreiter zugelassen werden könne - meistens darf man mitreiten!
Wie liest sich nun so ein vor Abkürzungen nur so wimmelnder Absatz? Hier ein Beispiel:
LP KAT C
3. Dressurprüfung Kl. E (E 0 DM),
Pferde 4-j.+älter und Ponies
Teilnehmer: Alle Reiter LK 0, dazu LK 6 ohne Siege in Kl.A
Ausr. 70 Richtv. 402, A; Aufg. E4 auswendig
Einsatz 10,-- DM VN: 15 SF-J
|
LP |
LeistungsPrüfung |
| KAT | Kategorie |
| C | Klassenangabe der Leistungsprüfung |
| (E 0 DM) | Gesammtgewinnsumme der Kl. E ist null DM |
| 3. | Nummer der Prüfung |
| Dressurprüfung | Angabe der Prüfungsart |
| Kl. E | Eingangsstufe |
| Pferde | Angabe der zugelassenen Pferde der Ponies mit Altersangabe |
| Teilnehmer | Angabe der LK der zugelassenen Reiter unter Berücksichtigung von Plazierungen |
| Ausr. | Ausrüstung der Pferde laut LPO § 70 |
| Richtv. 402, A | Angabe des Richtverfahrens für den Richter |
| Aufg. E4 | Bezeichnung der zu reitenden Dressuraufgabe, nachzulesen in einem Aufgabenheft (wie LPO in Reitsportgeschäften zu erhalten). Außerdem ist angegeben, ob zu zweit oder evtl. auswendig geritten werden muß |
| Einsatz | DM zu zahlender Betrag für diese Prüfung |
| VN | Verlangte Nennungen |
| SF | Startfolge richtet sich seit 2004 wieder nach dem Namen des Pferdes |
Für die KAT A + B erhält man mit der Eintragung des Pferdes ein Nennungsscheckheft, wo auch genau beschrieben ist, wie was einzutragen ist. Ansonsten gilt auch hier, die besonderen Bestimmungen genau durchzulesen.
Kleine Fallen sind:
| Rückumschlag für die Zeiteinteilung beilegen | |
| LK-Gebühren pro Pferd beachten | |
| eigene Kopfnummern mitbringen | |
| Angaben über Meldeschluß 1 - 2 Std. vor Prüfungsbeginn genau beachten |
Auch weitere Angaben über genauen Ort der LP und Veranstalter sowie Art und Beschaffenheit der Prüfungsplätze sind hieraus zu entnehmen. Eine vorläufige Zeiteinteilung ist auch meist angegeben.
| Abgabe der Startbereitschaft, welche vor der Prüfung zu erklären ist | |
| Sorgfältiges Lesen der dann festgelegten Startreihenfolge | |
| pünktliches Erscheinen erspart nicht nur dem Reiter, sondern insbesondere auch dem Pferd Streß! | |
| Das Pferd sollte in guter Verfassung sein. Nach Verletzungen oder sonstigen Pausen mind. 6 - 8 Wochen wieder trainieren | |
| Es ist ratsam, nicht auf einem frisch beschlagenem Pferd am Turnier teilzunehmen, da einige Pferde sich erst "einlaufen" müssen. Auch sollten Bodenbeschaffenheit und das Wetter sorgfältig abgeschätzt werden. Beim Springen z. B. kann sogar das freudigste Pferd "sauer" werden, wenn es in tiefem Schlamm einen Absprung finden soll; oder das feurigste Pferd schwenkt bei 30° C die weiße Fahne und will einfach nicht mehr. Wer kann es ihnen verdenken? |
Lieber einmal zugunsten des Pferdes absagen, als ein turniermüdes Pferd zu haben!
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© 2004 by Katrin Maerten, Wintermoor / Germany. Letzte Änderung am: 17.01.04