Das
Mérens – Pferd,

Die Mérens-Pferde sind eine Rasse sehr alten Ursprungs, die die Jahrhunderte in der rauhen Abgeschiedenheit der französischen Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien überdauerte. Das Ursprungsgebiet dieser schwarzen Gebirgsponys sind die Gebiete Querigut, Les Cabannes, Ax-les-Thermes und Tarascon im Department Ariège.
Cäsar und Napoleon verließen sich während ihrer Kriegszüge bereits auf die zuverlässigen und ausdauernden Kleinpferde. Ursprünglich Arbeitspferd der Bergbauern und Transporttier für die Schmuggler zwischen Frankreich und Spanien, drohte es in diesem Jahrhundert zweimal auszusterben. Inzwischen ist der Erhalt durch staatliches und privates Arrangement gesichert und es kann zwischenzeitlich von einer niveauvvollen Zucht gesprochen werden.
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Altes
Brandzeichen (occitanische Kreuz)
Einsatzgebiet
Heute werden die Mérens-Pferde als Freizeit- und Wanderreitpferde, als Fahrpferde und Therapiepferde eingesetzt.
Das Mérens hat einen ruhigen, ausgeglichenen Charakter, auch wenn es manchmal etwas eigensinnig sein kann. Seine Anhänglichkeit und Zuverlässigkeit machen es zu einem idealen Partner. Als Gespannpferd zeichnet es sich durch Ausdruck, absolute Ruhe und Verkehrssicherheit aus. Unter dem Sattel ist es ein gutes Gebrauchspferd für Freizeitreiter sowohl im Gelände, als auch im Dressurviereck, selbst für einen kleinen Sprung ist es immer zu haben. In den letzten Jahren finden sehr viele Mérens-Freunde zurück zu den ursprünglichen Arbeiten des Mérens zurück – den land- und forstwirtschaftlichen Arbeiten. Immer häufiger sieht man sie mit ihren Prinzen Holzrücken, die Weide pflegen oder sogar bei der Heuernte mit Mäher und Wender arbeiten.
Aussehen
Es gibt nur Rappen, jedoch können jahreszeitliche Unterschiede in den Farbschattierungen (rötliche Färbung) auftreten. Kleine Abzeichen, insbesondere am Kopf, werden geduldet. Mähne und Schweif sind üppig und oft gelockt. Meistens haben die Mérens einen kräftigen Kötenbehang. Das Stockmaß liegt zwischen 1,35 und 1,50m. Der Gesamteindruck soll kräftig, robust und natürlich, willig und edel sein.
| Standard | nicht erwünscht |
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| Größe | Mindestgröße 1,35m, durchschnittliche gewünschte Größe: 1,47 für männliche Tiere, 1,45 für Stuten |
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| Farbe | gleichmäßig schwarz leicht stichelhaarig an den Flanken wird gerne gesehen |
schlecht
gefärbtes Schwarz, zu stark stichelhaarig, weiß an den Beinen
größere weiße Abzeichen am Kopf, helle unbehaarte Stellen |
Die Haarstruktur ist fein und weich wie Seide. Es gibt jahreszeitliche Unterscheide in den Farbschattierungen (rötliche Färbung). Die Fohlen können in drei unterschiedlichen Fellfarben geboren werden:
Schwarz, silbergrau
und kaffeebraun. Dieses Fohlenfell verschwindet nach dem Absetzen.
| Schweif | reichlich, dick und grob | ||
| Mähne | häufig gelockt, einseitig (besonders geschätzt) oder Doppelmähne | ||
| Kopf | ausdrucksvoll und edel | schwer und lang mit groben Lippen | |
| Stirn | flach und breit | ||
| Nasenpartie | gerade und konvex | Ramskopf | |
| Ohren | recht kurz, innen gut behaart, gut abgesetzt | tiefliegend | |
| Augen | groß, lebhaft mit ruhigem Ausdruck, leichte Augenbögen | kleine Augen, zu viel Weiß; herausragend | |
| Hals | mittellang, gut angesetzt, Genick leicht | kurz, schwer und tief angesetzt | |
| Brust | breit | ||
| Schulter | mittellang, ziemlich schräg kurz, herausragend | ||
| Widerrist | genügend ausgeprägt, nach hinten verlängert | flach, tief, zu weit vorne | |
| Rücken | breit, muskulös, gerade | schmal und weich | |
| Lenden | gut angesetzt, breit und muskulös | schmal und eingefallen | |
| Kruppe | rund | doppelt, gespalten, abfallend, kurz | |
| Flanken | voll und tief | ||
| Gliedmaßen | trocken und stark
Vorderbeine: Unterarm gut bemuskelt Hinterbein: gute Tiefe des Oberschenkels |
schwach, Vorderfußwurzel wenig ausgeprägt
Sprunggelenke eng (kuhhessig), gerade (steil) und weit (faßbeinig) |
|
| Hufe | breit, schwarzes hartes Horn | flach | |
| Gänge | so raumgreifend wie möglich, insbesondere mit Schub aus der Hinterhand | bügeln, fuchteln | |
| Eindruck | kräftig, robust und natürlich, willig und edel |
Gepflegt werden muß ein Mérens wie jedes andere Pferd auch. Allerdings bedürfen der starke Beinbehang, Mähne und Schweif eine etwas intensivere Pflege. Sehr hilfreich sind hier die im Handel erhältlichen Mähnenlotionen.
Mérens-Pferde sind sehr genügsam. Am liebsten mögen sie das Leben in der freien Natur, deshalb ist auch die Offenstallhaltung für sie die beste Unterstellungsform.
Bei
Einsatz von frischen Gras ist allerdings etwas Vorsicht walten zu lassen.
Bedingt durch ihre ursprüngliche Lebensweise in den Pyrenäen, sind sie bei
stark eiweishaltigem Gras kolikanfällig und es kann sehr schnell Hufrehe
entstehen.
Die meisten uns bekannten Mérens-Pferde benötigen eine sehr konsequente Ausbildungshand. Allerdings was sie einmal verarbeitet haben, ist dann auch jederzeit wieder abrufbar. Nicht korrekt eingesetzte Bestrafung enden sehr schnell mit Gegendruck. Das „Kennenlernen“ von Besitzer, Reiter oder Ausbilder kann erfahrungsgemäß bis zu einem Jahr dauern. Ist jedoch der Funke übergesprungen, steht einer langjährigen und intensiven Beziehung nichts mehr im Wege. Einen sehr schönen Ausgleich zu den Reit- und Fahrausbildung sind die zirkzensischen Ausbildungen. Gerade bei den Übungen Liegen, Sitzen, Verbeugen und spanischer Schritt kommt der Ausdruck des Mérens-Pferdes besonders hervor. Eine längerfristige Nichtbeschäftigung ist Gift für das Mérens und endet meistens in Problemsituationen.
Zucht
Das
Stutbuch für Mérens wurde 1947 ins Leben gerufen und die Zucht wird seitdem
durch das Staatsgestüt in Tarbes kontrolliert. In diesen letzten 50 Jahren
wurde das Mérens in Reinzucht gezogen und auf die Einkreuzung anderen Blutes
zur "Verbesserung" der Rasse verzichtet. In den letzten Jahren
versucht man durch gezielte Auswahlkriterien das Mérens-Pferd reittypischer zu
züchten. Während die Mérens lange vornehmlich von kleinen Bergbauern gezüchtet
wurden, findet die heutige Zucht
zunehmend in größeren Zuchtbetrieben statt.
Bei
der Auswahl von Hengst und Stute sollte man auf die üblichen Kriterien achten.
Ein besonderes Augenmerk sollte allerdings auf die Abstammung gelegt werden.
Dadurch das die Zucht in diesem Jahrhundert fast zweimal ausgestorben ist,
sollte man das Thema „Inzucht“ nicht unberücksichtigt lassen.
Wer
ernsthaft züchten möchte sollte noch beachten, daß Hengst und Stute im Besitz
von Originalpapieren sind. Zur Zeit werden von Frankreich Nachzuchten aus
Deutschland noch nicht anerkannt, wenn die Eltern nicht französische oder
niederländische Papiere besitzen bzw. anerkannt sind.
Die
Namensgebung erfolgt nach den in
Frankreich üblichen Regeln. Alle Tiere eines Jahrganges erhalten einen Namen,
der mit dem selben Buchstaben beginnt. Alle Mérens des Jahrgangs 1996 z.B.
beginnen mit "I", 1997 folgten die Namen mit "J". So wird
das Alphabet von A-V durchlaufen, dann beginnt man wieder von vorne. Der Name
wird zur besseren Identifikation häufig durch einen Gestütsnamen ergänzt . So
läßt sich aus dem Namen "Fasil de Baarlo" schließen, daß das Pferd
1993 geboren und im Gestüt "de Baarlo" gezogen wurde
Große
Zuchtschauen finden jeweils Ende im
Ursprungsgebiet der Mérens, dem Departement Ariège, statt. In den Niederlande
finden Mitte September die
Nationale Zuchtschau sowie die Hengstleistungsprüfung statt.
Ein
arrangierter Verein
1995 riefen engagierte Mérens-Besitzer die IG Cheval de Mérens e.V. ins Leben. 1996 erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister. Weg vom Vermarktungsgedanken und dem reinen „Zuchtverband“ versteht sich die IG Cheval de Mérens e.V. als Interessengemeinschaft aller Besitzer, Züchter und Freunde des Mérens-Pferdes in Deutschland. Sie ist ausdrücklich eine Vertretung für Mérensreitern und –fahrern.
Die IG informiert deshalb u.a. über das Mérens, fördert den Kontakt und Informationsaustausch unter Besitzern, Züchtern und Freunden des Mérens und organisiert Veranstaltungen. Natürlich bemüht sie sich auch um die Kontaktpflege mit deutschen Verbänden, Organisationen und europäischen Zuchtverbänden, insbesondere dem französischen Mutterstutbuch. Weitere Informationen über die IG und das Mérens-Pferd bei:
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IG Cheval de Mérens e.V. (Frau Ute Porzky) 48155 Münster Emdener Str. 7, Tel/Fax: 0251-63819
Ein sehr schönes Buch (allerdings nur in Französisch) ist unter dem Titel „Le Mérens – Prince Noir d’Ariège“ erschienen. Dieses Buch ist über den Verlag „Edition Loubatières“ (Tel: Frankreich 0561-728350) beziehbar. Gleichzeitig gibt es einen Videofilm (auch in Französisch) mit tollen Mérens- und Naturaufnahmen. Der Videofilm kann über das niederländische Mérens-Stamboek (Tel: NL-0575-476250) bezogen werden.

Adressen rund
ums Mérens
Familie Daniels, 52076 Aachen Königsmühlenweg 21 Tel/Fax: 02408-8364
IG Cheval de Mérens e.V., 48155 Münster Emdener Str. 7 Tel/Fax: 0251-63819
Mérens Stamboek Nederland, NL6971JX Brummen De Voortweg 6 Tel: NL 0575-476250
Nationalgestüt Tarbes Frankreich, Tel: Fr 0562-344459 Fax: Fr 0562-512032
Zuchtverband SHERPA Frankreich, Tel: Fr 0561-645905 Fax: Fr 0561-645948
Eingesandt von: merens@fahrsport.de