Wir möchten die folgenden Seiten einfach einmal komplett aus
einer anderen Seite übernehmen, da ich sie als sehr gut und
ausführlich beschrieben finde:
(von Hannes Vavra, www.uniqua.com
- mit freundlicher Genehmigung *fg*)
Gentle Horse Riding -
Bodenarbeit und Arbeit am langen Zügel
"Ich bin zu faul, die vorhandene sehr gute Literatur nachzuempfinden." Meine
Lieblingsliteratur:
Nuno Oliveira - Klassische
Grundsätze der Kunst Pferde auszubilden - Verlag OLMS Presse
- ISBN 3-487-08355-8
Sadko G. Solinski -
Gymnasium des Freizeitpferdes - Verlag OLMS Presse - ISBN
3-487-08315-9
Kerstin Diacont -
Bodenarbeit mit Pferden - BLV Verlagsgesellschaft - ISBN
3-405-14495-7
Ursula Bruns/Linda
Tellington-Jones - Die Tellington-Methode: So erzieht man sein
Pferd - Müller-Rüschlikon, ISBN 3-275-00856-0
Pat Parelli - Natural
Horse-Man-Ship - Western Horse - ISBN 3-89118-093-4
Bodenarbeit - eine kleine Einführung
* Welchen Zweck hat Bodenarbeit?
* Überlegungen vor der Arbeit
* Wie mache ich meinem Pferd klar, was ich von ihm will?
* Welche Übungen kann man vom Boden aus ausführen?
Welchen Zweck hat Bodenarbeit?
Bodenarbeit dient
normalerweise dazu, ein Pferd vor dem ersten Aufsitzen auszubilden.
Immer mehr wird aber auch ihr Wert für schon ausgebildete Pferde
erkannt. So ist die Bodenarbeit auch eine wunderbare Alternative zum
Reiten, wenn ein Pferd krank oder alt ist oder einfach mal wieder
Abwechslung braucht. Durch die Bodenarbeit achtet das Pferd mehr auf
die Körpersprache seines Ausbilders und auch der Ausbilder wird
sich seiner eigenen Körpersprache viel stärker bewußt.
In den USA wurde ein
spezielles Programm aus Bodenarbeit und Körperberührungen
(T.Touch) entwickelt (genannt T.T.E.A.M.), das sich besonders bei
Problempferden bewährt hat. Bei der Arbeit vom Boden aus bleiben
Verspannungen und Gleichgewichtsstörungen durch das
Reitergewicht aus, durch den T.Touch kann man Verspannungen erkennen
und lösen. Dadurch bewegt sich das Pferd entspannter und in
besserem Gleichgewicht.
Letztendlich trägt
Bodenarbeit auch zur Sicherheit des Pferdes bei.
Manche
Pferde erschrecken gewaltig vor Wasserpfützen, Plastikplanen,
etc.
Solche Pferde kann man daheim spielerisch an die Gefahrenquellen
gewöhnen. Bodenarbeit ist also wirklich nützlich. Die
Übungen, die man mit dem Pferd vom Boden aus erarbeiten kann,
sind beinahe unbegrenzt.
Jedes Pferd sollte aber
zumindest
* sich sicher führen lassen,
* angebunden ruhig stillstehen,
* sich brav putzen und die Hufe auskratzen lassen,
* sich sicher verladen lassen.
Natürlich
soll der Reiter auch auf dem Boden vom Pferd immer als ranghöher
angesehen werden.
Überlegungen vor der Arbeit
Zuerst
muß man sich selber genau darüber klar sein, was man
eigentlich will. Dabei muß man sich immer sicher sein, daß
das Pferd das von ihm verlangte auch wirklich leisten kann. Man
sollte Lektionen immer erst langsam aufbauen.
Beispielsweise
werde ich von meinem Pferd nicht verlangen können, unangebunden
stehen zu bleiben, wenn es noch nicht einmal angebunden still steht.
Wenn
man also sein Ziel festgelegt hat und sich überlegt hat, was das
Pferd schon kann und wie man es Schritt für Schritt zum Ziel
führen kann, kann es los gehen.
Wie mache ich meinem Pferd klar, was ich von ihm will?
Wir
sind es gewohnt, durch absichtliche Signale wie Stimme und Hand (bzw.
Gerte) dem Pferd zu zeigen, was wir von ihm wollen. Dabei lernt das
Pferd durch Versuch und Belohnung oder durch das Beispiel eines
erfahrenen Pferdes die Bedeutung unserer Worte zu verstehen. Die
Bedeutung dieser Hilfen muß das Pferd allerdings immer erst
lernen.
Auf
unsere eigene Körpersprache, wie Mimik, Körperhaltung oder
auch die räumliche Position reagiert das Pferd dagegen
intuitiv. Oft ist dem Pferd unsere Körpersprache wohl viel
bewußter als uns selbst. Deswegen müssen wir auf unsere
Haltung und Gestik besonders achten. Unsere eigene Position kann z.B.
treibend wirken. Wenn wir direkt neben und auf Schulterhöhe des
Pferdes laufen, wird das Pferd schneller laufen, da wir uns an der
Grenze des Sehbereiches unseres Pferdes bewegen, was es instinktiv
zur Flucht veranlaßt. Allerdings muß man jetzt aufpassen,
das Pferd immer noch unter Kontrolle zu halten, indem man ihm z.B.
ein paar beruhigende Worte zuflüstert.
Zum
Rückwärtsrichten werden wir uns dagegen nicht neben oder
hinter das Pferd stellen.
Es
ist also nicht schwer, die richtige Position zu wählen, sobald
man sich ein wenig Gedanken macht und über das Verhalten von
Pferden einigermaßen Bescheid weiß. Schwieriger ist es,
Körperausdruck und -haltung auf das Pferd abzustimmen, da beides
unbewußte Bewegungen sind und wir solche Bewegungen nur schwer
beeinflussen können. Auf das Pferd wirken aber gerade diese
Bewegungen besonders stark. Ein Pferd wird nie lernen, ruhig stehen
zu bleiben, solange wir selber unruhig sind, genauso wenig wird es
lernen, aufmerksam über Stangen zu gehen, wenn wir selber
unachtsam über die Stangen schlurfen.
Für
die Einübung der richtigen Körperhaltung kann mentales
Training sehr nützlich sein. Beispielsweise kann man, wenn man
mit dem Pferd ruhiges Stehen übt, die Augen schließen und
sich vorstellen, unter einem mächtigen Baum zu sitzen - die
Sonne spiegelt sich in seinen Blättern - seine Äste hängen
schwer herunter - Bienen summen,
Wenn
aber alle Versuche versagen und man einfach unruhig und verspannt
ist, weil einem gerade "wirklich wichtigere Dinge" durch
den Kopf gehen, sollte man lieber gar nicht mit dem Pferd arbeiten.
Nehmen
wir aber jetzt einmal an, unser Pferd hat verstanden, was wir von ihm
wollen und die Übung wunderbar ausgeführt. In diesem Fall
sollten wir das Pferd kräftig loben und die "Stunde"
beenden, um das Pferd auf jeden Fall mit einem positiven Lernergebnis
wieder in den Stall bzw. die Koppel zu schicken. Was man zuletzt
gelernt hat, fällt einem schließlich auch als erstes
wieder ein!
Welche Übungen kann man vom Boden aus ausführen?
Alles,
was man vom Sattel aus machen kann, kann man auch vom Boden aus
machen, und noch viel mehr!
Grob kann man die Bodenarbeit unterteilen in:
Longenarbeit:
Longenarbeit
braucht nicht nur aus einem ewigen Kreis zu bestehen.
Man
kann sein Pferd an der Longe auch an der langen Seite der Bahn
weitertreiben und somit auf einen neuen Zirkel wechseln oder es über
Stangen und Cavalettis longieren. Die Longenarbeit sollte immer
abwechslungsreich gestaltet werden und das Pferd auf beiden Händen
gleichmäßig longiert werden.
Erfahrene
Ausbilder arbeiten auch mit der Doppellonge.
Labyrinthe:
Labyrinthe
sind vor allem durch Trailreiten und T.T.E.A.M. bekannt.
Sie
können in ihrem Aufbau unendlich variiert werden und sowohl
vorwärts oder rückwärts wie auch seitwärts
überschritten werden.
Eng
gelegte Labyrinthe fördern - langsam durchschnitten - das
Körperbewußtsein des
Pferdes.
Damit
das Pferd mitdenken kann, ist es auch nützlich, im Hindernis
immer mal wieder anzuhalten.
Stangen, Bodenricks:
Die
Arbeit über Stangen und Cavalettis ist wohl die gebräuchlichste
Art der Bodenarbeit.
Um
so abwechslungsreicher man die Stangen legt, um so mehr werden das
Gleichgewicht
und die Koordination des Pferdes gefördert.
Tonnen, Reifen, Tore, Plastikplanen, Wippe, Brücke:
Diese Hindernisse festigen die
Scheufestigkeit der Pferde.
von Hannes Vavra

© 2001 by Katrin Maerten, Wintermoor / Germany.
Letzte Änderung: 23.09.01